Nullzinskredit

Kleinkredite: Jagdrevier für Schnäppchenjäger

Kleinkredite sind immer häufiger zinsfrei oder zu sehr niedrigen Zinsen erhältlich. Sie werden vom Handel zur Verkaufsförderung eingesetzt und dienen Banken zur Akquisition von Neukunden. Wer sich nach Schnäppchen umsieht, findet sie auch.

Kleinkredite werden zu einem beträchtlichen Prozentsatz als Point-of-Sale-Kredite verkauft. Kreditnehmer entscheiden sich am Ort ihres Einkaufs dafür, eine Anschaffung in Raten zu bezahlen. Für Beträge bis 2.000 Euro reichen dafür meist ein Personalausweis und eine EC-Karte aus – die Schufa-Daten werden in Echtzeit geprüft und bei ausreichend hohem Score und positiver Zahlungshistorie kann der Kauf sofort getätigt werden.

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Der Kreditvertrag kommt in mehr als 90 Prozent der Fälle nicht mit dem Händler, sondern mit einer Bank zustande. Handel und Banken kooperieren in beiderseitigem Interesse: Mit Zinssätzen ab 0.00 Prozent können Elektronikmärkte, Möbelhäuser und andere Verkäufer ihren Umsatz ankurbeln. Dafür müssen sie eine meist pauschale Vergütung der Bank hinnehmen, die im Gegenzug das Kreditrisiko trägt.

Nullzins-Kredite per Kreditkarte

Im Fahrzeugmarkt ist dieses Prinzip schon lange gängig. In den letzten Jahren haben Point-of-Sale-Kredite in vielen Retail-Märkten massiv an Bedeutung gewonnen. Größere Händler bieten Finanzierungen auch über eigene Co-Branding-Kreditkarten an. Im Rahmen von Sonderaktionen sind auch hier Nullzinskredite möglich.

Auch Banken setzen auf Billigkredite bis zu wenigen tausend Euro und versuchen damit, neue Kunden zu gewinnen. Der Ausbau der Kundenzahl steht dabei im Vordergrund – am Kredit selbst verdienen die Institute häufig wenig bis gar nichts. Bis in den Herbst 2011 warb eine Direktbank mit Kleinkrediten bis 3.000 Euro, die zu einem bonitätsunabhängigen (!) Effektivzinssatz von 2,95 Prozent p.a. erhältlich waren. Ein anderer Finanzdienstleister stellte Kredite über 3.333 Euro mit 33 Monaten Laufzeit für 3,33 Prozent Zinsen p.a. zur Verfügung.

Nullzins- und Sonderzinsaktionen werden von Banken auch zur Absatzförderung bei Rahmenkrediten und Kreditkarten mit revolvierendem Kreditrahmen eingesetzt. Rahmenkredite werden häufig für einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten zum einen vergünstigten Sollzins angeboten. Wer solche Offerten mit Bedacht nutzt und keine vermeidbaren Schulden anhäuft, kann sparen. Einfaches Beispiel: Ist das Girokonto bei 12 Prozent Zinsen mit 3,000 Euro im Soll, summieren sich die Kosten in sechs Monaten auf 180 Euro. Ein Neukunden-Rahmenkredit zu 4,00 Prozent Zinsen kostet im selben Zeitraum nur 60,00 Euro.

Sonderaktionen werden oft versteckt

Solche Angebote eignen sich allerdings nur für Kreditnehmer mit ausreichender Haushaltsdisziplin. Wer Gefahr läuft, den Kreditrahmen zum Leben über die eigenen Verhältnisse einzusetzen und eine Schuldenberg anzuhäufen, lässt besser die Finger davon.

Relativ neu ist, dass Banken Kredite mit Geld- und Sachprämien bewerben. Immer häufiger werden z. B. 20 bis 50 Euro aufs Referenzkonto überwiesen, wenn die Widerspruchsfrist abgelaufen ist. Geworben wird auch mit Tankgutscheinen, Smartphones etc.

Speziell für solche Prämienaktionen gilt häufig: Wer einen Kredit über die reguläre Homepage einer Bank beantragt, geht leer aus. Die Kalkulation ist nachvollziehbar: Banken wollen diejenigen Kunden von der Prämie ausschließen, die den Kredit ohnehin aufgenommen hätten. Deshalb  sind die Prämien nur über eigens eingerichtete Sonderseiten mit kryptischem Domainnamen erhältlich.

Fazit: Bei Finanzierungsbedarf im Kleinkredit-Bereich lohnt es sich, nach Schnäppchen zu suchen. Ein Sonderzins oder eine Prämie sollen immer möglich sein, ohne dass an anderer Stelle Nachteile in Kauf genommen werden müssen.

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